Prüfungsergebnisse

Platz Name des Hundes ZB.-Nr. Rasse Punkte Preis Wurfdatum Führer/in
1 Flynn von den Wupperhöfen 400/11 Weim 348 I./ÜF 30.04.2011 Alina Plag
2 Eddi von der Unstrut 334/11 Weim 333 I./ÜF 30.04.2011 Werner Breug
3 Diana-Emma von der Unstrut 185/11 Weim 322 I./TF 30.12.2010 Wolfgang Prinz
4 Centa III vom Saarforst 216399 DD 319 I./TF 05.04.2011 Karl-Heinz Schmidt
5 Cäsar III vom Saarforst 216398 DD 312 I./TF 05.04.2011 Herbert Britz
6 Auguste vom Neergaard 313/10 Weim 315 II./TF 04.02.2010 Dr. Bernhard Adolph
7 Schnepfenjägers Fine 14579 PP 9*) n.b./ÜF 11.02.2010 Prof. Dr. Klaus Bumm

*) § 10 Abs. 10d VGPO - Drei Rückrufe nach Abkommen von der Fährte

Übrigens:
Aus unserer Landesgruppe hat Elvis von der Hahnweide, geführt von Manuel Ries die VGP mit ÜF und Totverbellen bei VDD-Saarland am 12./13.10. mit 350 Punkten im I. Preis bestanden. Herzlichen Glückwunsch und Waidmannsheil zu dieser hervorragenden Leistung.



Ein unglaublicher Tag

mein erster Jagdhund,
mein erster Weimaraner,
meine erste VGP
 

 

Nun sollte es endlich soweit sein. Unsere erste VGP begann, worauf wir uns so lange vorbereitet hatten. Wir, das heißt mein Weimaranerrüde Flynn von den Wupperhöfen, gewölft am 30.04.2011 und ich. In dieser Sekunde dachte ich noch mal zurück an die letzten 12 Monate. Die HZP und die Brauchbar-keitsprüfung waren im letzten Herbst 2012 erfolgreich bestanden. Danach ging es dann fleißig weiter, den Hund einzujagen und zu trainieren. Die Bringtreuepüfung als Vorbereitung zur VGP hatten wir im Frühjahr genutzt und auch bestanden. Einige Wochen zuvor, bei einem schönen Übungstag am Wasser durften wir die Prüfungsgegebenheiten kennen lernen und waren so beeindruckt von der Herzlichkeit der Veranstalter, dass uns die Entscheidung, die Prüfung bei der LG Rheinland-Pfalz/Saarland des Weimaraner-Klubs zu machen leichtfiel.

     Vier Wochen vor der genannten VGP fing es dann an, meine lieben Nerven zeigten sich... Ich war mir unsicher, hatte ich bisher alles richtig gemacht? Wird es ausreichen? Damals hatte ich mit Flynn´s Züchter gemeinsam einen Arbeitsplan ausgearbeitet, dem wir fleißig folgten. Aber 33 verschiedene Fächer und so viele Sachen die man selbst beachten musste. Er sprach mir immer Mut zu. Dann war es nur noch eine Woche vor der Prüfung, die Nerven lagen blank. Freitagmittag sind wir dann endlich Richtung Saarland gefahren. Das Hotel wurde bezogen und am Abend ging es früh ins Bett, wobei das mit dem Schlafen seit einigen Tagen schon nicht mehr richtig klappen wollte.

     Dann war der große Tag endlich gekommen, um 8:30 ging es los, die Jagdhörner erklangen. Anschließend gab es eine herzliche Begrüßung durch die Prüfungsleiterin Brigitte Colling, eine kurze Vorstellung der Richter und Richteranwärter und dann startete die VGP. Auf zum Fuchshindernis, unserem ersten Fach. Dort angekommen ging es mit uns der ersten Gruppe los. Der Richterobmann Helmut Eisenberger erklärte die Vorschrift der VGPO zu diesem Fach. Flynn war der erste Hund unserer Gruppe von vier Weimaranern. Nun schickte ich Flynn und konnte nur noch hoffen. Der tote Fuchs gehört nicht zu Flynns persönlichen Favoriten, aber diese Aufgabe meisterte er ohne Fehler bravourös. Ich war erleichtert. Wie er hatten alle Hunde das Fuchshindernis sehr gut geschafft.

     Das nächste Fach waren die Schweissfährten. Zuerst waren die Übernachtfährten dran, welche ich als Bringselverweiser genannt hatte. Auch hier und bei allen anderen Fächern die folgten gab es für alle Hundeführer eine deutliche Einweisung, wie das entsprechende Fach laut VGPO zu erfüllen ist, was wünschenswert ist und wofür es Abzug geben kann oder auch wodurch es zum Ausschluss der Prüfung führt. Nun zitterte ich wirklich, Flynn hatte bisher immer sehr gut auf Schweißfährten gearbeitet, aber war vielleicht eine Tagfährte sicherer da nur mindestens zwei Stunden alt im Gegensatz zur Übernachtfährte von mindestens 14 Stunden? Jetzt gab es aber kein Zurück mehr.

     Vor meinem Start an der Übernachtfährte musste ich genau erklären, wie Flynn den Rehbock verweisen würde. Ich legte Flynn am Anschuss ab, den Riemen ausgelegt, den Anschuss kontrolliert, es war leider kein Schweiß zu erkennen, zweimal tief durchatmen und los ging's. Nach etwa 50 Metern musste sich Flynn lösen und mein Herz sprang vor Aufregung fast durch die Brust. Nahm er heute seine Aufgabe nicht ernst? Ich rief ihn ab und setzte ihn auf meiner Höhe neu an, schnurstracks ging er weiter. Konnte das wirklich sein, musste nicht bald ein Winkel kommen? Ich war total verunsichert und legte Flynn erneut ab, nur keinen Fehler riskieren dachte ich, lieber nochmal ein Stück zurück, bloß den ersten Winkel nicht verpassen. Ich schaute zu meinen Füssen und sah Schweiß, ich freute mich sehr! Flynn war parat und ich ärgerte mich dass ich ihn fast von der Fährte gezogen hätte. Nun lies ich ihn in Ruhe arbeiten, hielt mich zurück, folgte meinem wie auf Schienen gehenden Hund, mit einem deutlich sicheren Gefühl. Am zweiten Wundbett, welches Flynn verwies, habe ich ihn abgelegt. Puhhh dachte ich, ohne Abruf Schweiß geschafft…super.

     Nun ging es ans Bringseln. Der Revierführer sowie zwei Richter und ein Richteranwärter spritzten die nötigen 200 Meter zum Bock. Es gab ein Signal und Flynn wurde geschnallt, jetzt hieß es warten. Ein Schrei war zuhören, kurz darauf kam ein Husky-Schlitten mit 7 Hunden über den nahe gelegenen Weg heran gerast, mein Herz stand still, war etwas passiert? Hat Flynn seine Aufgabe vergessen? War er überhaupt zum Stück gekommen? Und plötzlich knackte es ein wenig weiter geradeaus, Flynn stand mit Bringsel im Fang vor uns und setzte sich. Ich war fix und fertig, was mir der Obmann deutlich ansah. Er beruhigte mich, munterte mich auf und Flynn führte uns auf mein Kommando zum Bock. Ich freute mich wahnsinnig, so ein toller Hund! Der Obmann blies Bock tot und ich hatte nur noch Gänsehaut. Was für ein Erlebnis.

     Die beiden Richter, die beim Stück waren, klärten uns auf, was passiert war. Flynn war zum Stück gekommen, hatte das Bringsel umgehend aufgenommen und wollte den Rückweg antreten, als der Hundeschlitten auf dem Weg heran preschte und in die Nähe von dem Bock kam. Flynn verharrte eine Augenblick, drehte dann aber ab und kam mit dem Bringsel im Fang auf mich zu. Wir hatten es geschafft! Wir fieberten bei allen Hunden mit und die Freude war riesig, als dann jeweils das Signal Bock tot für uns zu hören war. Alle Hunde in unserer Gruppe konnten die Schweißarbeit erfolgreich meistern. Zum Glück für alle ohne nennenswerte weitere Zwischenfälle.

     Als nächstes stand die Fuchsschleppe an. Auch hier lief es wie am Schnürchen. Dann ging es zum Wasser, wo wir eine kurze Pause einlegten. Für das leibliche Wohl der Gruppe wurde durch die Organisationsleitung mehr als gut gesorgt. Einfach toll!

     Am Wasser lief es super, es waren Naturenten vorhanden und entsprechende Witterung da. Alle Hunde konnten überzeugen. Zurück im Wald trafen wir die zweite Gruppe. Wir hatten uns direkt nach dem Fuchshinderniss am Anfang getrennt. Leider hatte ein Hund der zweiten Gruppe die Schweißfährte nicht halten können und wurde nach dem dritten Abruf von der Prüfung ausgeschlossen. Im Gesamten wurde nun die Standruhe geprüft. Die Hunde waren noch grell vom Wasser, das Ablegen fiel ihnen sichtlich schwer. Das Treiben startete bei mir. Die Treiberwehr gab alles, es wurde viel geschossen, nach meinen 2 Schuss in die Luft auf Kommando eines Richters zählte ich noch weitere 15 Schuss. Aber durch die gute Vorbereitung aller Hunde und den deutlich gefestigten Gehorsam konnte auch die Standruhe ohne Probleme absolviert werden.

     Die Leinenführigkeit, das frei bei Fuß gehen, Ablegen, Schießen, das Buschieren und die Kaninchenschleppe konnten in einem großen Revierteil zügig abgearbeitet werden. Zum Stöbern, dem letzten Waldfach und damit auch zum letzten Prüfungsfach des Tages, ging es an eine Hochspannungstrasse. Dichter Bewuchs mit vielen Brombeerhecken erwartete uns. Perfekt um auch wirklich an Wild zu kommen. Hier arbeitete Flynn sehr gut und durchstöberte einen großen Teil. Dem letzten Hund unserer Gruppe gelang es erfolgreich an Sauen geprüft zu werden. Was für ein Tag. Nun gab es noch ein kurzes Resümee der Richter. Ein Hund unserer Gruppe hatte einen Abruf beim Schweiß und ein anderer Hund hatte beim Bringen der Ente leider keinen 100% Gehorsam gezeigt. Wir freuten uns, dass wir alle durchgekommen waren.

     Am nächsten Morgen trafen wir uns im Suchenlokal, die Stimmung war durchweg gut, aber der erste Tag steckte allen Hundeführern noch in den Knochen. Hatte sich die Aufregung des ersten Tages doch am Abend einigermaßen gelegt, war sie nun bei der Fahrt ins Feld sofort zurück. Am Feld angekommen ging es nun auf die Suche nach Fasanen oder Hasen, um das Vorstehen und den Gehorsam sowie die Schussruhe an eräugtem Wild zu prüfen. Auch hier ging es nach deutlicher Ansprache der Richter für mich und Flynn als erstes los. Wir gingen auf ein großes Stück Brachland, relativ hoher Bewuchs, für mich, die nicht sehr groß gewachsen ist hieß das: schlechte Sicht. Ich schnallte Flynn zur Suche. Er ist sehr führerbezogen und suchte regelmäßig meinen Blickkontakt. Im dichteren Gebüsch, welches Flynn angenommen hatte, raschelte es, dann totale Ruhe, wir konnten alle nichts sehen. Ich war mir sicher, er stand vor. Ich teilte meine Vermutung den Richtern mit und zwei folgten mir zu Flynn. Wir konnten ihn noch nicht sehen… als 3 Fasane abstrichen. Was für eine Chance, leider ungenutzt… so ist das manchmal. Aber unsere Chance sollte kommen. Nach ungefähr 15 Minuten stand Flynn wieder vor, zog nach und stand bombenfest vor. Jetzt nur gut überlegen, trillern und den sicheren Weg wählen, dafür aber unseren ersten Punktabzug in Kauf nehmen oder volles Risiko gehen? Die ganzen Wochen zuvor konnte ich leider beim Training nur den Gehorsam an eräugtem Haarwild üben; wir haben halt ein Hochwildrevier. Wir pirschten zu Flynn, als auch der Richter bestätigte, dass Flynn einen Gockel vorstand. Ich ging aufs Ganze und vertraute meinem Flynn, keine Pfeife im Mund, Waffe parat. Ich trat den Fasan raus und schoss. Flynn verharrte und blieb stehen, als der Fasan abstrich. Ich war mehr als stolz auf meinen Jagdgefährten. Auf meinen Flynn ist Verlass!

     Alle Hunde unserer Gruppe konnten erfolgreich in diesem Revierteil an Federwild geprüft werden. Alle waren begeistert: was für ein Revier! Im Feld lief es für alle Gespanne glatt. Nach der vorletzten Prüfung der Federwildschleppe stand es nun endgültig fest. Wir vier Hundeführer hatten VGP geprüfte Hunde! Wir hatten es geschafft, fast zumindest. Keiner konnte mehr durchfallen, aber es gab ja noch das letzte Fach: den Gehorsam an eräugtem Haarwild. Der Revierführer des zweiten Tages kannte sein Revier sehr gut und führte uns an einen Heckenstreifen, in dem sich mehrere Rehe und Hasen drückten. Hier konnten alle vier Hunde unserer Gruppe am Fach „Benehmen am eräugten Haarwild“ erfolgreich geprüft werden. 

     Puhhh, wir konnten es kaum glauben. Wir waren sehr stolz. Natürlich waren wir gespannt auf die einzelnen Ergebnisse und Beurteilungen der Richter. Die Richter zogen sich samt den Richteranwärtern zu einer Besprechung zurück. Uns war bewusst, dass es einige Momente zur Auswertungen benötigte, aber eine Minute war gefüllt wie eine Stunde. Dann war es soweit: der Obmann spielte Jagd vorbei Halali und gab gemeinsam mit Brigitte Colling die Punkte bekannt.

     Mein Hund Flynn von den Wupperhöfen erhielt 348 Punkte von möglichen 348 Punkten. Er bestand die VGP im 1.Preis mit einer ÜF als Bringselverweiser. Flynn und ich waren Suchensieger!

     Nachdem alle Gespanne die wohlverdienten und hart erarbeiteten Punkte erhalten hatten, wurde kräftig auf alle Hunde, zwei tolle Reviere, faire Richter/Richteranwärter, eine top Organisation und alle Prüfungsbeteiligten mit Sekt angestoßen.

     Anschließend fuhren wir zur Prämierung, Preis und Urkundenverleihung ins Suchenlokal. Von 7 gestarteten Hunden konnten 6 erfolgreich VGP geprüft werden. Unser Richterobmann Helmut Eisenberger, ein echter DD-Mann, durch und durch, lobte sehr unsere grauen Begleiter, die eine beeindruckende Leistung zeigen konnten.

     Was für ein unvergessliches Erlebnis. Meine erste VGP, vielleichte die beste, aber sicher nicht meine letzte. Lieber Weimaraner Klub e.V., LG Rheinland-Pfalz/Saarland, liebe Brigitte, ich komme gerne wieder.

 

Waidmannsheil

Alina Plag, Revier Linz am Rhein